Ohne klare Weichenstellung droht Stillstand: Parteien uneinig bei der Digitalisierung der Bauwirtschaft
Berlin, 21. Februar 2025 – Conpur hat die Wahlprogramme der Parteien zur Bundestagswahl 2025 analysiert und untersucht, welche Konzepte sie zur Digitalisierung der Bauwirtschaft verfolgen. Das Ergebnis zeigt: Trotz zahlreicher Bekenntnisse zur Notwendigkeit digitaler Prozesse fehlt es an einer klaren Strategie für die Umsetzung. „Die Bauwirtschaft braucht dringend verlässliche politische Rahmenbedingungen, um die Chancen der Digitalisierung nutzen zu können“, betont Richard Liehmann, CEO von Conpur. „Was wir derzeit sehen, sind oft nur Einzelmaßnahmen ohne langfristige Perspektive.
Parteipositionen zur Digitalisierung der Bauwirtschaft
Die CDU/CSU setzt auf den Abbau regulatorischer Hürden und eine Beschleunigung von Genehmigungen durch digitale Verfahren. Auch die SPD fordert einen Digitalisierungsschub in der Bauverwaltung, um Baukosten zu senken und Verfahren zu vereinfachen. Bündnis 90/Die Grünen legen ihren Fokus auf digitale Innovationen für klimafreundliches und nachhaltiges Bauen, während die FDP auf eine Modernisierung des Baurechts durch digitale Lösungen setzt. Die AfD hingegen betont den Bestandsschutz und lehnt kostentreibende digitale Vorgaben aus der EU ab.
„Die Parteien erkennen die Notwendigkeit effizienterer Prozesse, aber es fehlt eine durchdachte Strategie“, sagt Liehmann. „Es reicht nicht, hier und da digitale Anwendungen zu fördern – wir brauchen einen strukturellen Wandel, der Digitalisierung als ganzheitlichen Ansatz für Planungs‑, Genehmigungs- und Bauprozesse versteht.“
Fehlende politische Strategie als Wachstumsbremse
Die Bauwirtschaft steht unter enormem Druck. Zwar werden in den Wahlprogrammen Maßnahmen zur Digitalisierung und Entbürokratisierung angekündigt, doch es bleibt unklar, wie diese konkret umgesetzt werden sollen. „Langwierige Genehmigungsverfahren und ein unübersichtliches Regelwerk sind zentrale Hemmnisse, die konsequent angegangen werden müssen“, so Liehmann. „Die aktuellen Rückgänge bei den Baugenehmigungen verdeutlichen, dass es nicht nur um Technologie, sondern auch um eine Anpassung der administrativen Strukturen geht.“
Doch nicht nur die Politik ist in der Verantwortung – auch die Bauwirtschaft selbst muss ins Handeln kommen. „Es reicht nicht, nur auf politische Entscheidungen zu warten“, betont Liehmann. „Markt, Unternehmen und Politik – alle müssen sich bewegen, sonst wird das nichts.“ Unternehmen sollten bereits jetzt eigene Digitalisierungsinitiativen starten, anstatt darauf zu hoffen, dass politische Rahmenbedingungen sich irgendwann verbessern.
Lean Management als Weg zur Digitalisierung
Ein zentraler Hebel für die Branche ist die schrittweise Umsetzung digitaler Prozesse nach dem Prinzip des Lean Managements. „Es geht nicht darum, von heute auf morgen ein perfekt digitalisiertes Unternehmen zu haben, sondern darum, in kleinen Schritten anzufangen und kontinuierlich zu optimieren“, erklärt Liehmann. Statt auf große, komplexe Digitalisierungsprojekte zu setzen, sollten Unternehmen mit konkreten, praxistauglichen Lösungen starten, die Effizienzgewinne bringen und den digitalen Wandel langfristig vorantreiben.
Digitalisierung als Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit
Die Bauwirtschaft kann von digitalen Lösungen erheblich profitieren – von effizienteren Genehmigungsverfahren über automatisierte Ausschreibungen bis hin zu einer besseren Koordination der Bauprozesse. „Unternehmen können sich nicht allein auf politische Entwicklungen verlassen, sondern müssen selbst aktiv werden“, betont Liehmann. „Aber ohne klare politische Leitlinien, die Innovationen fördern und Bürokratie abbauen, wird es schwierig, das volle Potenzial der Digitalisierung zu entfalten.“
2025 als entscheidendes Jahr für die Branche
Liehmann sieht das kommende Jahr als wegweisend für die Bauwirtschaft: „Jetzt ist der Moment, um digitale Infrastrukturen und effiziente Verwaltungsprozesse zur Priorität zu machen. Die Politik muss die richtigen Anreize setzen, aber auch Unternehmen dürfen nicht länger abwarten. Wer jetzt handelt, wird langfristig profitieren.“
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Richard Liehmann, CEO von CONPUR
Foto © Conpur
Über Conpur
Das Berliner Unternehmen Conpur digitalisiert alle Prozesse bei der Beschaffung am Bau. Mit nur einer webbasierten Cloud-Lösung ist das gesamte Beschaffungsvorhaben steuerbar – von der Ausschreibung bis zur Adhoc-Bestellung. Sämtliche Partner sind jederzeit komplett und transparent eingebunden. Die Lösung arbeitet Schnittstellen übergreifend und legt den Fokus auf Nachhaltigkeit in der Bauwirtschaft sowie die Realisierung der ESG-Kriterien.